Managementplan für die FFH-Gebiete:

Kummersdorfer Heide/Breiter Steinbusch (508)
Kummersdorfer Heide/Breiter Steinbusch Ergänzung (642)

Zeitraum:

2012 – 2015

Auftraggeber:

Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg
Heinrich-Mann-Allee 18/19
14473 Potsdam

Projektinhalt:

Das Plangebiet umfasst das FFH- und Naturschutzgebiet Kummersdorfer Heide (einschließlich Ergänzung) im Landkreis Teltow-Fläming, mit zwei Teilflächen auf insgesamt 1.002 ha. Es ist durch Heidekraut-Heiden, ausgedehnte, vielfach noch recht junge Waldbestände sowie Feuchtwiesen und Moore gekennzeichnet.

Im Managementplan stehen die auf europäischer Ebene geschützten Lebensräume und Arten gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) im Mittelpunkt. Dementsprechend erfolgte insbesondere die Erfassung und Bewertung der Lebensraumtypen und Arten nach Anhang I und II FFH-Richtlinie. Zu berücksichtigen waren ferner die geschützten Vogelarten gemäß Anhang I der EU-Vogelschutz-Richtlinie. Darüber hinaus waren weitere wertgebende Lebensräume und Arten in der Planung zu beachten.

Für die Lebensräume und Arten wurden Erhaltungs- und Entwicklungsziele definiert, insbesondere die gebietsspezifisch erreichbaren Erhaltungszustände. Die Ziele sind in den verschiedenen Gebietsteilen unterschiedlich: naturnahe Entwicklung und Erhalt von Waldflächen unter Berücksichtigung von Besonderheiten (Lichtstellung für Zielarten wie Heldbock oder Königsfarn), Offenhalten verbliebener Heideflächen und offener Dünen, Wasserrückhaltung in den grundwassergeprägten Gebietsteilen sowie extensive Bewirtschaftung des Grünlands. Nutzungsbedingte Maßgaben waren zu berücksichtigen (insbesondere Forst- und Landwirtschaft).

Gemäß der Zielbestimmung wurden die erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Schutzgüter abgeleitet, insbesondere:

  • Extensive Waldnutzung unter Erhalt ausreichender Anteile an Alt- und Totholz sowie Biotopbäumen und Erhalt von Sonderstrukturen und gezielter Förderung der Eiche,
  • Eindämmen und gezielte Bekämpfung der Späten Traubenkirsche in den Wäldern,
  • Offenhalten (Entbuschung) der offenen Sanddünen,
  • Offenhalten der Calluna-Heideflächen durch geeignete Maßnahmen (Beweidung, Mahd, kontrolliertes Abbrennen, Entkusseln) sowie Wiederherstellung durch Beseitigung von Vorwaldaufwuchs,
  • Extensive Grünlandbewirtschaftung (Abwehr einer Intensivnutzung, Verhindern der Nutzungsaufgabe auf Grenzstandorten) sowie Wiederaufnahme einer extensiven Grünlandnutzung auf feuchten Brachen,
  • Wasserrückhaltung im Grabensystem (Grabenverschluss, Stauwerk) bzw. Verzicht auf Gewässerunterhaltung zur Stützung des Wasserhaushaltes in den Moorbereichen.

Die Zielbestimmung wie die Maßnahmen wurden in einem umfangreichen Beteiligungsprozess mit regionaler Arbeitsgruppe und Einzelabstimmungen diskutiert und so konkretisiert, dass eine weitgehende Zustimmung der Akteure und Betroffenen erreicht wurde, insbesondere hinsichtlich der waldbaulichen und landwirtschaftlichen Belange.

Verbleibende Ziel- und Umsetzungskonflikte wurden benannt.

Die Ausarbeitung der Planung erfolgte in Text und Karten sowie einem umfangreichen Anhang mit Bearbeitungsdokumentation. Die Erstellung raumbezogener Inhalte erfolgte über ein Geoinformationssystem (GIS) unter Verwendung der in Brandenburg heranzuziehenden Instrumente (BBK, PEPGIS).

Besonderheiten:

Es wurde ein gemeinsamer Managementplan für die beiden FFH-Gebiete erstellt, welche in Zukunft zusammengeführt werden sollen.

Die Erfassung der Fauna erfolgte unter Mitwirkung von Jürgen Berg (Kemberg), Milan Podany (Luckau), Dipl.-Biol. Axel Schonert (Kemberg), Dr. Volker Neumann (Salzatal), Dr. Karl-Hinrich Kielhorn (Berlin), Dipl.-Biol. Janine Meißner (Bad Schmiedeberg).

Umweltvorhaben in Brandenburg Consult GmbH  ⦁  Georg Darmer  ⦁  Am Fichtenberg 17, 12165 Berlin